Virtuelle Second Life Stadt: Interview mit den new Berlin Gründern


Tobias Neisecke und Jan Northoff von YOUseeMEin3D.com über den Aufbau der virtuellen Stadt newBERLIN

newberlin-avatare-alexanderplatz-alex-fernsehturm-second-life.jpgEure Cyberspace-Stadt newBERLIN in Second Life hat mit einer spektakulären 1. Mai Party gestartet, bei der Punks mit Polizisten getanzt haben. Was für virtuelle Events sollten wir in naher Zukunft nicht verpassen?
Wir planen alle großen Events, die in Berlin in Zukunft stattfinden werden, zu spiegeln und sie in die Virtualität zu transformieren. Zum Beispiel gab es ein Festival der Kulturen; in Planung sind unter anderem die SLove Parade (die erste ‘Second Life Love Parade’!) und der Christopher Street Day. Aktuell haben wir eine Ausstellung im Kulturbahnhof, eine RL-SL korrespondierende Multimedia-Installation, Basketball und in Kürze Public Chess. Des Weiteren gibt es regelmässige Live-DJ-Auftritte, eine Sky-Lounge und die legendäre Rockerecke.

Ihr habt bereits den virtuellen Platz für ganz Berlin reserviert. Möchtet ihr langfristig Berlin komplett in Second Life virtuell abbilden?
Ja, aber wir planen nicht, das selber zu bauen, wir stellen in erster Linie die Fläche zur Verfügung. Natürlich bieten wir auch an, einen Standort komplett nachzubauen und einzurichten. Dieser Service ist vor allem für Firmen und kommerzielle Anbieter gedacht. Im Weiteren sind alle Berlinerinnen und Berliner aufgerufen, ihre eigene real-virtuelle Präsenz im Second Life aufzubauen. Bei uns herrscht das sogenannte ‘Primary Living Right’ (eine newBERLIN-Erfindung: Jeder hat Anrecht auf seine reale Adresse, sozusagen ein Erst-Wohnrecht. Wer zum Beispiel real in der Hannoverschen Straße 3 wohnt, hat das Anrecht, in newBERLIN an der korrespondierenden Adresse im Second Life seinen Wohnsitz aufzubauen.)

Wir planen langfristig, jedem User (Avatar) seine private Adresse zur Verfügung zu stellen. Dies entspricht einer Art dreidimensionalem Telefonbuch, das über den kommerziellen Anbieter finanziert wird und der Eintrag für den privaten User frei ist. Damit entsteht langfristig eine Art dreidimensionalem Telefonbuch, das über die kommerziellen Anbieter finanziert werden soll, wodurch der Eintrag für private User frei bleiben kann.

Wenn eines Tages Berlin hyperrealistisch im Cyberspace stehen sollte, macht es dann überhaupt noch Sinn, sich im realen Berlin aufzuhalten? Oder umgekehrt: Dann könnten wir uns ebenso gut nur noch in der realen Welt bewegen – es gibt ja dann praktisch keine Unterschiede mehr zur virtuellen Welt.
Reale und virtuelle Welt sind einfach nicht zu vergleichen. Das eine ist eine haptische Sinneserfahrung, das andere ist eine Informationserfahrung in einem Medium. Beides cagle.com hat seine Vor- und Nachteile. Es macht aber durchaus Sinn, beide Realitäten miteinander zu verlinken. Die virtuelle 3D-Welt ist kein Ersatz für das tägliche Leben, aber es kann durchaus das Leben vereinfachen bzw. bereichern.

Möchten User überhaupt eine detailgetreue Nachbildung des Ortes, an dem sie wohnen? Wie können sie in einer Umgebung, die ihnen bereits bestens vertraut ist, überhaupt noch überrascht werden?
Private User wünschen sich oft keine detailgetreue Nachbildung. Deswegen unsere Entwicklung des ‘Primary Living Right’, womit der User sein Zuhause frei und kreativ gestalten kann und wird. Natürlich werden wichtige Adressen sich selbst so repräsentieren, dass sie wieder erkannt werden. Das heisst, wir gehen von detailgetreuen Nachbildungen wichtiger Geschäfte und Institutionen aus. So entsteht eine Mischung aus einer kreativen Unterhaltungsplattform und einem Informations- und Navigationssystem.

Die Welten ergänzen sich auch. Egal wo man sich auf der Welt aufhält, kann man zumindest virtuell am Berliner Stadtleben teilhaben, (z.b. an der Love Parade). Eine detailgetreue Nachbildung macht also sehr wohl Sinn, da man sich damit wirklich wie im richtigen Berlin fühlt. Ein Ur-Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit und Vertrautheit wird somit befriedigt. Es scheint fast, dass viele User gar nicht unbedingt überrascht werden wollen. Bei all den bestehenden Fantasie-Inseln mit exotischen Landschaften und Gebäuden möchten Menschen wieder ganz einfache, ihnen vertraute Landschaften besuchen.

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Für wen macht es heute bereits Sinn, eine Repräsentanz in newBERLIN zu eröffnen?
Sicher einmal für alle, die einen Bezug zu Berlin haben. Wir verhandeln im Moment erfolgreich mit vielen Parteien aus allen Bereichen von Wirtschaft und Kultur. Privatpersonen, die in einem Bereich wohnen, der bereits von uns freigeschaltet worden ist, können auf Anfrage ihren Wohnort virtuell nachbauen. Sie helfen damit in klassischer Web 2.0 Manier mit, die virtuelle Stadt newBERLIN aufzubauen.

Wie sieht YOUseeMEin3D.com die Zukunft?
Wir sind noch in der Start-up-Phase. Da wir bereits heute mit zahlreichen Interessenten zusammenarbeiten, sehen wir überaus positiv in die Zukunft. Das Potential, das in der ganzen Technologie liegt, rückt mehr und mehr ins allgemeine Bewusstsein, was durch diverse neue Anfragen bestätigt wird.

Mehr Informationen über das Projekt newBERLIN: www.BERLINin3D.com

(www.internet3d.org)

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